Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Keimhemmung

Die Ventilatoren müssen bereits 10 Minuten vor Beginn der Behandlung eingeschaltet und auf "Umluft" engestellt werden.

Stellen Sie das Vernebelungsgerät vorzugsweise außerhalb des Lagerraums auf. Der Nebel soll über den Luftkanal direkt vor oder hinter dem Ventilator eingeleitet werden.

Voraussetzung für eine gute Wirkung ist eine optimale Verteilung des Produktes im gesamten Kartoffelstock. Dabei ist zu vermeiden, dass bei der Einlagerung und der Installation der Belüftung Schüttkegel und Totecken vorhanden sind.

Der Umluftstrom soll solange vorhanden bleiben, bis der Nebel weitgehend verschwunden ist. Anschließen soll die Luftzirkulation umgekehrt werden, damit ein Ausgleich der Mittelkonzentration auch in der obersten Kartoffelschicht erfolgen kann.

Anschließend kann die Ventilation ausgeschaltet. Nun muß das Kartoffellager für mindestens 48 Stunden geschlossen bleiben.


Belüftungssystem

Die Ventilatorkapazität sollte 80 - 100 m3 Luft je m3 Kartoffel bei einem Luftwiderstand von 200 bis 250 Pa erreichen. Diese Kapazitäten sind wichtig, um feuchte Partien schnell trocknen und für das Kühlen geeignete Außentemperaturen maximal auszunutzen. Dabei reicht eine Ventilatorkapazität von 80 m3 Luft/m3 Kartoffeln nur dann aus, wenn z.B. viele kalte Nächte für eine Kühlung zur Verfügung stehen.


Für die Luftgeschwindigkeit gelten folgende Richtwerte:

5 m/s in Umluftschacht und Hauptkanal
6 - 7 m/s im Belüftungsschacht
7 - 8 m/s an den Belüftungsschlitzen


Das Luftkanalsystem ist in der Praxis dreiteilig:

Es besteht aus Umluftschacht, Hauptkanal und Belüftungskanälen. Umluftschacht und Hauptkanal sind luftdicht ausgeführt, letzterer kann über- oder unterflur angeordnet sein.

Durch die Betätigung von Klappen kann die Gesamtluftmenge entsprechend auf die eingelagerte Kartoffelmenge eingerichtet werden. Zur optimalen Verteilung der Luftmenge ist es wichtig, dass die Belüftungskanäle eine große Menge an Belüftungsschlitzen aufweisen. Bei unterschiedlicher Trocknung innerhalb einer Partie, Kondensation und Keimung von Teilpartien sollte sofort das Belüftungssystem überprüft werden.

Bei der Lagerung in Kisten muß ein System angewendet werden, das die gleichmäßige Belüftung der Kiste gewährleistet. Idealerweise wird die Luft bei einem reinen Kistenlager von einer Belüftungswand in die Palettenböden geleitet, durchströmt die Kisten, deren Seitenwände luftdicht sind und entweicht.


Lagertemperaturen

Bereits während des Wundheilungsprozesses muß die Temperatur im Kartoffelstock abgesenkt werden. Bei Partien von Speisekartoffeln und Industriekartoffeln kann man 4 - 6 Wochen nach der Ernte folgende Lagertemperaturen erwarten:

Speisekartoffeln: 4 - 6 °C
Chipskartoffeln: 7 - 12 °C
Industriekartoffeln: 6 - 8 °C


Relative Luftfeuchtigkeit:

Der Gleichgewichts/Feuchtigkeitsgehalt der Kartoffeln liegt bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 92%. Deshalb muß man bemüht sein, im Lagerraum eine relative Luftfeuchtigkeit von 90 - 95% zu erzielen.


Anwendung

In der Regel wird 20 ml/Tonne Kartoffeln eingesetzt. Je nach Lagerzeit und Temperatur im Lagerraum muß die Behandlung wiederholt werden. Die maximale Aufwandmenge liegt bei 60 ml/Tonne Kartoffeln und Lagersaison.

Die chemische Keimhemmung soll bei trockenen und schalenfesten Kartoffeln erfolgen (Wundheilung sollte abgeschlossen sein).

Eine Anwendung sollte 2 - 3 Wochen nach der Einlagerung der Kartoffeln erfolgen. Die Temperatur im Lagerraum soll bei der Anwendung bereits 6 - 10 °C erreicht haben.

Je nach Entwicklung der Augen, soll die Anwendung im Abstand von 6 - 8 Wochen wiederholt werden. Durch den Wirkstoff Chlorpropham können die Augen bis zu einem Austrieb von maximal 2 mm abgetötet werden. Darüber hinaus darf nicht genebelt werden, da sonst eine Innenkeimung herbeigeführt wird.

-haltige Keimhemmungspräparate können im Splitingverfahren eingesetzt werden. Das ist kosten- und mittelsparend. Beispielsweise haben sich 30-10-10-10 ml/Tonne Kartoffeln bewährt, wenn es notwendig ist, die Kartoffeln bei höheren Temperaturen und über einen längeren Zeitraum zu lagern. Beachten Sie unbedingt die Herstellerangaben und Befragen Sie dazu den Hersteller dieser Präparate.

Durch rechtzeitige Wiederholung der Anwendung mit dem Wirkstoff Chlorpropham wird die Keimung wirkungsvoll verhindert. Mit zunehmender Lagerzeit ist der Abstand zwischen den Vernebelungen zu verkürzen.

Der vernebelte Raum darf nicht über einen längeren Zeitraum (Jahre) zur Lagerung von Pflanzenkartoffel oder Saatgut verwendet werden. Deshalb ist auch vor dem Nebeln bei angrenzender Lagerung von Pflanzgut äußerste Vorsicht geboten. Der dafür vorgesehene Lagerraum darf über einen lagen Zeitraum nicht mehr für Saat-und Pflanzgut benützt werden, sollte dieser durch Keimhemmungsmittel kontaminiert werden.

Wartezeit: 60 Tage


Vorsichtsmaßnahmen und Anwenderschutz

Das Mittel ist gesundheitsschädlich. Den Anweisungen des Mittelherstellers ist unbedingt Folge zu leisten. Partikelfilternde Halbmaske DIN 58 645-F-P2 oder Halbmaske DIN 58 546-HM mit Partikelfilter DIN 3181-P2 (Kennfarbe: weiß) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel. Halbmaske DIN 58 646-HM mit Kombinationsfilter DIN 3181-A1-P2 (Kennfarbe: braun/weiß) tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.

Ein Begehen behandelter Lager ohne Körper- und Atemschutz ist erst 24 Stunden nach Abschluß der Behandlung erlaubt.


Empfohlene Thermalnebelgeräte